Elektriker installiert Photovoltaikanlage auf Hausdach bei Sommerhitze

Photovoltaik bei 40 Grad – warum moderne Solaranlagen trotzdem sicher arbeiten

Die aktuelle Hitzewelle bringt in vielen Regionen Deutschlands Temperaturen von bis zu 40 °C. Da stellt sich so mancher Betreiber einer Photovoltaikanlage die Frage: Kann extreme Hitze den Solarmodulen schaden? Die beruhigende Antwort lautet: Moderne Photovoltaikanlagen sind für hohe Temperaturen ausgelegt. Sommerliche Hitze stellt sie in der Regel nicht vor unlösbare Probleme. Entscheidend für einen sicheren und wirtschaftlichen Betrieb sind vielmehr eine fachgerechte Planung, eine hochwertige Installation und eine regelmäßige Wartung.

Hitze ist meist nicht das Problem – Installationsfehler schon

Viele Menschen vermuten, dass eine Photovoltaikanlage bei großer Hitze besonders gefährdet ist. Tatsächlich liegt das Risiko meist an ganz anderer Stelle. Die meisten Schäden entstehen nicht durch hohe Außentemperaturen, sondern durch Fehler bei der Planung, Installation oder späteren Wartung der Anlage.

Hitze beeinflusst die Leistung – aber nicht die Sicherheit

Photovoltaikmodule erzeugen Strom aus Sonnenlicht – nicht aus Wärme. An heißen Sommertagen können sich die Module durch die intensive Sonneneinstrahlung auf 60 bis 70 °C oder sogar darüber erwärmen. Das ist völlig normal und bereits bei der Entwicklung der Module berücksichtigt. Mit steigender Modultemperatur sinkt allerdings der Wirkungsgrad. Ab einer Zelltemperatur von etwa 25 °C nimmt die Leistung je nach Modultyp um rund 0,3 bis 0,5 Prozent pro weiterem Grad Celsius ab. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen Defekt, sondern um einen physikalisch bedingten Effekt. Eine gute Hinterlüftung der Module trägt dazu bei, die Betriebstemperatur zu senken. Dadurch arbeiten die Solarmodule effizienter und erzielen insbesondere an heißen Tagen einen etwas höheren Energieertrag.

Die eigentlichen Gefahren liegen in Planung, Installation und Wartung

In der Praxis zeigen sich andere Ursachen deutlich häufiger als extreme Temperaturen.

Dazu gehören unter anderem:

  • beschädigte oder unsachgemäß ausgeführte Dachabdichtungen, die Feuchtigkeitsschäden verursachen können,
  • schlecht montierte Steckverbindungen, durch die Übergangswiderstände und unerwünschte Hitzeentwicklung entstehen,
  • ungeeignete oder unterdimensionierte Kabel, die das Sicherheitsrisiko erhöhen,
  • Verschattungen einzelner Module, die sogenannte Hotspots verursachen und sowohl Leistung als auch Lebensdauer beeinträchtigen können,
  • minderwertige Module oder Komponenten,
  • sowie eine fehlende oder unzureichende Wartung.

Gerade diese Punkte entscheiden darüber, ob eine Photovoltaikanlage über viele Jahre sicher, zuverlässig und wirtschaftlich arbeitet.

Fünf Tipps für Betreiber einer Photovoltaikanlage

Mit wenigen Maßnahmen lässt sich die Betriebssicherheit deutlich erhöhen:

Infografik Photovoltaik bei Sommerhitze mit Tipps

1. Anlage regelmäßig kontrollieren

Führen Sie in regelmäßigen Abständen eine Sichtprüfung durch. Kontrollieren Sie Module, Kabel, Steckverbindungen sowie Befestigungen und Halterungen auf sichtbare Schäden oder Auffälligkeiten.

2. Verschmutzungen beseitigen

Staub, Pollen, Laub oder Vogelkot können den Stromertrag verringern. Je nach Standort empfiehlt sich eine Reinigung etwa alle ein bis drei Jahre oder bei deutlich erkennbaren Verschmutzungen.

3. Erträge beobachten

Nutzen Sie das Monitoring Ihrer Photovoltaikanlage oder die Anzeige des Wechselrichters. Ungewöhnliche Ertragseinbrüche lassen sich so frühzeitig erkennen und mögliche Ursachen schnell beheben.

4. Wartung durch einen Fachbetrieb

Eine regelmäßige Inspektion erhöht die Lebensdauer der Anlage, erhält den Wirkungsgrad und hilft dabei, mögliche Sicherheitsmängel rechtzeitig zu erkennen.

5. Versicherung prüfen

Eine passende Photovoltaikversicherung oder ein entsprechender Versicherungsschutz schützt vor finanziellen Folgen durch Sturm, Hagel, Blitzschlag oder andere unvorhersehbare Schäden.

Fazit

  • Hohe Temperaturen erwärmen Photovoltaikmodule und verringern den Wirkungsgrad leicht, führen aber in der Regel nicht zu Schäden.
  • Eine gute Hinterlüftung sorgt für niedrigere Modultemperaturen und verbessert die Effizienz.
  • Die meisten Probleme entstehen durch Installationsfehler, Verschattung, Verschmutzung oder mangelhafte Wartung.
  • Regelmäßige Kontrollen und Wartungen sichern Ertrag, Lebensdauer und Betriebssicherheit.
  • Eine fachgerecht geplante und installierte Photovoltaikanlage arbeitet auch an heißen Sommertagen sicher und zuverlässig.
elektro-rüdi Maskottchen mit Blitzsymbol auf der Brust

elektro-rüdi sagt:

Wenn das Thermometer im Sommer auf 40 °C klettert, musst Du Dir um eine fachgerecht installierte Photovoltaikanlage normalerweise keine Sorgen machen. Moderne Solarmodule sind für solche Temperaturen ausgelegt und arbeiten auch unter hoher thermischer Belastung zuverlässig. Entscheidend für einen sicheren und wirtschaftlichen Betrieb sind nicht die Außentemperaturen, sondern die Qualität der Planung, der Installation und der Wartung. Wer auf hochwertige Komponenten setzt, seine Anlage regelmäßig kontrollieren lässt und Ertragsabweichungen früh erkennt, schafft die besten Voraussetzungen für viele Jahre zuverlässiger Solarstrom vom eigenen Dach.


Weiterführende Informationen: Wer sich intensiver mit Photovoltaikanlagen, Batteriespeichersystemen sowie deren Planung, Installation und sicherem Betrieb beschäftigen möchte, findet zahlreiche Praxisbeispiele und weiterführende Informationen im Fachbuch: VDE-Schriftenreihe 204 „PV-Anlagen und Batteriespeichersysteme“, von Rolf Rüdiger Cichowski.

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Kurz zusammengefasst:

Hohe Sommertemperaturen sind für moderne Photovoltaikanlagen meist kein Problem. Zwar sinkt bei großer Hitze der Wirkungsgrad etwas, ernsthafte Schäden entstehen jedoch überwiegend durch Planungs-, Installations- oder Wartungsfehler. Eine fachgerecht errichtete und regelmäßig kontrollierte PV-Anlage arbeitet auch an heißen Sommertagen sicher und zuverlässig.

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