Volkswagen ID.Buzz nach 220.000 km ADAC-Langzeittest mit 89% Akku-Gesundheit

Wie lange hält ein Elektroauto-Akku? Das zeigt der ADAC-Langzeittest

Viele Menschen, die über den Kauf eines Elektroautos nachdenken, beschäftigt eine Frage besonders: Wie lange hält der Akku eigentlich?

Schließlich gehört die Hochvoltbatterie zu den teuersten Bauteilen eines Elektroautos. Entsprechend groß ist die Sorge, dass ihre Leistungsfähigkeit bereits nach wenigen Jahren oder bei einer hohen Laufleistung deutlich nachlässt. Ein aktueller ADAC-Langzeittest mit einem VW ID.3 Pro S liefert dazu interessante Praxisdaten: Nach mehr als 220.000 Kilometern weist die Batterie noch einen gemessenen State of Health (SoH) von 89 % auf. Und das, obwohl der Akku im Testalltag nicht konsequent batterieschonend behandelt wurde.

VW ID.3 im ADAC-Langzeittest: die wichtigsten Daten

Der getestete VW ID.3 Pro S ist seit Mai 2021 beim ADAC im Dauereinsatz. Innerhalb von fünf Jahren legte das Fahrzeug mehr als 220.000 Kilometer zurück. Dabei kam es im Alltag ebenso zum Einsatz wie auf längeren Strecken und Autobahnfahrten – bei unterschiedlichsten Temperaturen und Bedingungen.

Der Testwagen verfügt über eine Batterie mit einer nutzbaren Kapazität von 77 kWh. Um die Alterung der Batterie zu beobachten, ließ der ADAC ihren Gesundheitszustand während des Dauertests mehrfach mit einem unabhängigen Batterietest überprüfen.

89 % SoH: Was bedeutet der Wert?

VW ID.3 nach 220.000 km ADAC-Langzeittest mit 89% Akkukapazität

Bei einem Kilometerstand von etwas mehr als 220.000 Kilometern wurde für die Batterie ein State of Health von 89 % ermittelt. Der SoH beschreibt den Gesundheitszustand einer Batterie im Vergleich zu ihrem Ausgangszustand. Die Messungen während des Dauertests zeigen eine schrittweise Entwicklung: Bei rund 102.500 Kilometern lag der gemessene SoH beispielsweise bei 93 %, bei knapp 170.000 Kilometern noch bei 91 %. Einen plötzlichen starken Einbruch der Batteriegesundheit gab es bislang nicht. Wichtig ist allerdings: Ein SoH-Wert ist keine vollkommen exakte Größe. Der vom ADAC verwendete Aviloo-Test weist eine Toleranz von plus/minus drei Prozentpunkten auf. Der ADAC bewertet den aktuellen Wert dennoch als der Laufleistung entsprechend normal und unbedenklich.

Der Akku wurde im Dauertest nicht besonders geschont

Bemerkenswert ist das Ergebnis auch deshalb, weil die Batterie im Testalltag nicht immer so behandelt wurde, wie es für eine möglichst batterieschonende Nutzung empfohlen wird. So kam es laut ADAC häufiger vor, dass der ID.3 nach einer Fahrt wieder auf 100 % geladen wurde, damit dem nächsten Fahrer die volle Reichweite zur Verfügung stand. Teilweise blieb das Fahrzeug anschließend auch längere Zeit mit vollständig geladenem Akku stehen. Beides gilt als nicht optimal für die Lebensdauer einer Antriebsbatterie. Trotzdem zeigt die Batterie weiterhin einen stabilen Gesundheitszustand. Das bedeutet allerdings nicht, dass das Ladeverhalten für die Lebensdauer eines Akkus keine Rolle spielt. Der Test zeigt vielmehr: Eine hohe Laufleistung führt nicht automatisch zu einem stark gealterten Akku.

Software-Updates können Verbrauch und Reichweite beeinflussen

Der ADAC-Langzeittest zeigt noch einen weiteren interessanten Aspekt: Software-Updates können die Effizienz eines Elektroautos auch nach dem Kauf verbessern. Zu Beginn des Dauertests ermittelte der ADAC auf dem Prüfstand einen Verbrauch von 20,0 kWh pro 100 Kilometer inklusive Ladeverlusten. Bei einer späteren Messung waren es noch 18,3 kWh. Als einen Grund nennt der ADAC eine neuere Softwareversion, die unter anderem die Batterietemperierung effizienter steuert. Auch die gemessene Reichweite blieb dadurch vergleichsweise stabil. Die Batterie selbst wird durch ein Software-Update natürlich nicht wieder in ihren Neuzustand versetzt. Eine bessere Effizienz kann aber dazu beitragen, die vorhandene Energie optimaler zu nutzen.

Was bedeutet der Langzeittest für gebrauchte Elektroautos?

Gerade für den Kauf eines gebrauchten Elektroautos liefert der Test eine wichtige Erkenntnis: Ein hoher Kilometerstand allein sagt noch nicht aus, in welchem Zustand sich die Batterie befindet. Entscheidend ist vielmehr der tatsächliche Gesundheitszustand der Hochvoltbatterie. Der State of Health kann deshalb eine wichtige zusätzliche Information bei der Beurteilung eines gebrauchten E-Autos sein.

Beim Gebrauchtwagenkauf lohnt sich ein Blick auf:

  • den State of Health (SoH) der Batterie,
  • die verbleibende Batteriegarantie,
  • die reale Reichweite,
  • die Ladeleistung,
  • den Softwarestand des Fahrzeugs,
  • den allgemeinen Fahrzeugzustand.

Der Kilometerstand bleibt natürlich ein wichtiges Kriterium für den Zustand des gesamten Fahrzeugs. Bei der Batterie sollte er jedoch nicht isoliert bewertet werden.

Was sagt die Batteriegarantie beim VW ID.3?

Für die Hochvoltbatterie des getesteten ID.3 gilt eine Garantie von acht Jahren beziehungsweise bis zu einer Laufleistung von 160.000 Kilometern. Innerhalb dieses Zeitraums beziehungsweise dieser Laufleistung darf der Gesundheitszustand laut ADAC nicht unter 70 % des Ausgangswerts fallen. Der ADAC-Testwagen hat die laufleistungsbezogene Garantiegrenze inzwischen deutlich überschritten. Umso interessanter ist, dass seine Batterie auch jenseits dieser Grenze weiterhin einen guten Gesundheitszustand zeigt. Der Test liefert damit zwar keine allgemeingültige Aussage über die Lebensdauer jeder Elektroauto-Batterie. Er zeigt aber, dass ein Akku auch bei einer Laufleistung deutlich oberhalb der Garantiegrenze noch leistungsfähig sein kann.

Mythos oder Tatsache?

AussageBewertung
Ein E-Auto-Akku ist nach 100.000 Kilometern verschlissen.Mythos. Der ADAC-Test zeigt, dass auch deutlich höhere Laufleistungen mit einem guten Batteriezustand möglich sind.
Ein hoher Kilometerstand bedeutet automatisch einen schlechten Akku.Mythos. Laufleistung und tatsächlicher Batteriezustand müssen getrennt betrachtet werden.
Der State of Health ist beim Gebrauchtwagenkauf wichtig.Richtig. Der SoH liefert einen wichtigen Anhaltspunkt zum Gesundheitszustand der Hochvoltbatterie.
Software-Updates können die Effizienz eines Elektroautos verbessern.Richtig. Beim getesteten ID.3 wirkten sich Updates unter anderem auf Verbrauch und Batterietemperierung aus.
elektro-rüdi Maskottchen mit Blitzsymbol auf der Brust

elektro-rüdi sagt:

Lass Dich beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos nicht allein vom Kilometerstand abschrecken. Lass nach Möglichkeit auch den SoH der Batterie prüfen – denn erst der tatsächliche Batteriezustand hilft dabei einzuschätzen, wie leistungsfähig der Akku noch ist.

Fazit: Beim E-Auto zählt nicht nur der Kilometerstand

Der ADAC-Langzeittest zeigt exemplarisch, dass eine hohe Laufleistung nicht automatisch mit einem stark gealterten Akku einhergeht. Wie schnell eine Batterie tatsächlich altert, hängt von verschiedenen Faktoren ab – unter anderem von Batterietechnik, Alter, Nutzung, Temperatur und Ladeverhalten. Pauschale Aussagen über die Lebensdauer aller Elektroauto-Akkus lassen sich aus einem einzelnen Fahrzeug deshalb nicht ableiten. Für Käufer eines gebrauchten Elektroautos ist die wichtigste Erkenntnis: Den Kilometerstand nicht isoliert betrachten, sondern auch den tatsächlichen Batteriezustand prüfen.


Quellen:

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Kurz zusammengefasst:

Der ADAC-Langzeittest zeigt: Auch nach mehr als 220.000 Kilometern weist die Batterie des getesteten VW ID.3 noch einen SoH von 89 % auf. Für den Gebrauchtwagenkauf bedeutet das: Nicht nur der Kilometerstand zählt – auch der tatsächliche Gesundheitszustand der Batterie ist entscheidend. Weitere leicht verständliche Informationen rund um Elektromobilität findest Du regelmäßig bei elektro-rüdi.

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